13. Spieltag – Das Bärger 2 bleibt auf der Siegerstrasse. Nach dem fulminanten 7:2 gegen Untervaz bezwingt das Team von Andreas Gerster auch den Tabellenzweiten Rapperswil-Jona. 1:0 lautete das knappe Schlussresultat – ob verdient oder nicht, spielt keine Rolle.

 

Ganz ehrlich: Ein Fünftligaspiel am Sonntag um 11 Uhr anzusetzen ist schon leicht fahrlässig. Wenn ein Team dann noch eine Anreisezeit von einer Stunde hat und das andere am Vorabend ein Gemeindefest feiert, grenzt dies beinahe schon an Dummheit. Sei’s drum – für ZBärger 2 ging es am frühen Sonntagmorgen ans Auswärtsspiel nach Rapperswil. Trainer Gerster meinte zuvor schon im Training: „Jungs mir fahren am sunntig seher ned döt ahe zum ka pünkt hola – der Sieg muass hera.“

 

Ein typischer Fünftligavorfall ereignete sich gleich zu Beginn der Partie. Angesetzt auf 11 Uhr konnte das Spiel erst mit einer Viertelstunde Verspätung angepfiffen werden. Der Grund: Der junge Schiedsrichter schaffte es mit dem Zug nicht rechtzeitig aufs Spielfeld. Lustig dabei: Der Unparteiische kam aus Schaan, hätte also durchaus die Gelegenheit gehabt mit den Bärgern nach Rapperswil zu kommen. Aber Egal.Trainer Gerster musste in der Startformation dann etwas umstellen. Aus dem geplanten Eberle-Sturm mit Tobias und Janin wurde nichts, da Letzterer sich „den Fuss verknackst habe“. Spätere Recherchen ergaben, dass J. Eberle seine schwere Verletzung wohl bei einem gemütlichen Nachmittag mit seinen Kollegen auskurierte – dies verraten zumindest die vielen Instagram-Stories. An dieser Stelle dennoch gute Genesungswünsche an den FCT-Angreifer.

 

Von der ersten Minute an zeichnete sich ein enges Spiel auf Augenhöhe an. Die Bärger standen gut, liessen den Ball laufen und hatten das Spielgeschehen im Griff. Nach gerade mal 4 Minuten dann der erste Wechsel bei den Gästen. Die Laufleistung von Marxer liess aufgrund einer Verletzung im Knie merklich nach (sie ist sonst schon nicht wirklich überragend), weshalb Moser zum Einsatz kam. Er meinte nur: „Hei i ha denkt jetzt könni gmüatlich da luaga, fascht 90 Minuta durchspila, wauweh, äns muassmer guat iteila“. Das Spiel nahm seinen Lauf und beide Teams versuchten, den Führungstreffer zu erzielen. Entweder war der letzte Pass aber zu ungenau, oder die Torhüter reagierten glänzend – wie beispielsweise beim Klärungsversuch von Cortese aus gut 60 Metern. Der Ball senkte sich gefährlich und hätte beinahe im Kreuzeck eingeschlagen, doch es blieb beim 0:0 zur Halbzeit.

 

T. Schädler kompletter Ausraster
Zu Beginn des zweiten Durchgangs war dann Rapperswil das aktivere Team, doch Torhüter Schädler parrierte gleich drei Mal glänzend. Der Schiedsrichter bat nach etwa 65. Minuten dann zum zweiten Mal zur Trinkpause. Und Trainer Gerster wagte eine Prognose: „Jungs mir müan dagegaheba und denn haumr irgend a glücksgoal iha und holen der Sieg“. Und die Aussage des Coaches sollte sich bewahrheiten. In der 74. war es D. Schädler alias Duff der nach einer Klasse Einzelaktion in die Mitte zog und aus gut 17 Metern abschloss. Bei den meisten Teamkollegen war bereits ein enttäuschender Seufzer zu hören, doch sie wurden eines besseren belehrt. Der Schuss von Duff war zwar ein man würde sagen „ein typischer Fünftliga-Kullerball“ – und dennoch fand er den Weg ins Tor. Mit gefühlten 2 km/h überquerte er die Torlinie und sorgte für grossen Jubel beim FL-Team.

Nun hiess es verteidigen und ja kein „Ei“ mehr zu fangen – gesagt getan. Und die Bärger taten dies mit vollem Körpereinsatz – allen voran T. Schädler, im Jahr 2016 noch als fairster Spieler der 5. Liga ausgezeichnet. Nach einem etwas hart geführten Zweikampf brannten dem sonst eher gemütlichen Zeitgenossen die Sicherungen durch. Auf etliche Beleidigungen folgte ein kleiner Schulterstoss, der den Gegner zu Fall brachte. Dies alles spielte sich im Rücken des Unparteiischen ab – und trotzdem zückte er anschliessend die Rote Karte und schickte T. Schädler, der zu diesem Zeitpunkt immer noch fluchend dastand, in die Kabine. Der Witz: Der Rapi-Spieler, der ebenfalls physische Gewalt anwendete  bekam lediglich den Gelben Karton zu sehen. Und auch vier Minuten vor Spielende als D. Schädler brutal von den Beinen geholt wurde und seinem Ärger Luft machte. Sein Gegenspieler, kein Schweizer, stand auf und war kurz davor seine Fäuste sprechen zu lassen. Die Reaktion des Schiris: Gelbe Karte. Ein Witz.

Doch genau für solche Aktionen wurden die Rapperswiler am Ende bestraft. Es blieb beim knappen 1:0 Erfolg für die Bärger, die sich diesen Sieg redlich verdient hatten und mit einem guten Gefühl nach Hause reisen konnten. In der Tabelle stiess man damit auf den dritten Rang vor.

 

Bemerkungen

  • Marxers frühe Auswechslung: Gerüchten zufolge hat Marxer extra den Verletzten gespielt. Grund: Nach der Partie musste er noch auf dem Tennisplatz ran und wollte deshalb seine Kräfte sparen.
  • Der Italiener: Nach einem harten Zweikampf griff Libero Cortese in die italienische Fluchwortkiste: Vaffanculo hallte es über den Platz als sein Gegenspieler ihm beinahe auf die Eier getreten ist.
  • Das Labermaul: Die Nummer 10 des Heimteams hatte beinahe zu jedem Pfiff des Unparteiischen etwas zu sagen. Mühsam für die Bärger-Akteure. Moser wies den Deutschen dezent darauf hin, endlich mal die Klappe zu halten.
  • Mettler in der 55. Minute zu Moser: „He du verlürsch imfall dini Schiebeischoner!“ – Mosers Antwort: „Nanai, äns muass so sii sus kumi Krämpf uber“.
  • Flo wollte partout nicht den „Fähneler“ machen. Gersti meinte, eine Halbzeit solle er, die andere T. Sprenger. Letztlich standen beide 90 Minuten auf der anderen Spielfeldseite.
  • Kehrtwende: Vom Fairsten Spieler der 5. Liga 2016 zum rüden, aggressiven Mittelfeldabräumer – so die Entwicklung von T. Schädler.
  • Rappi, ein Punktelieferant: In den beiden Spielen gegen Rappi holten die Bärger 6 Punkte mit einem Torverhältnis von 3:0 – ganz klar: Rappi ist der Punktelieferant in dieser Liga, zumindest für den FC Triesenberg.
  • C. Gassner hat seinen Stammplatz wieder. Nachdem Student Akkach Publikumsliebling Gassner auf die Ersatzbank verwies, lief dieser gegen Rappi wieder von Beginn weg auf. Gersters Kommentar im Training vor dem Spiel: „Luag aber bitte, das no zum Friseur kasch, so kani di ned spela loh“.

 

FC Rapperswil-Jona – FC Triesenber, 0:1 (0:0)
Tor: 73. D. Schädler 0:1.
FC Triesenberg: P. Schädler; R. Kindle, Cortese, Gassner; A. Eberle; D. Schädler, Mettler, Marxer, U. Sprenger; T. Eberle, Banzer.
Ersatzspieler: Moser, T. Schädler.
Verletzt oder zu schlecht fürs Aufgebot: T. Sprenger, Sele, Nutt, J. Eberle, R. Schädler, P. Kindle.