11. Spieltag – Im ersten Heimspiel der Rückrunde zeigte das Bärger Zwei eine ausserordentliche Leistung. Belohnt wurde sie dafür nicht: 14 ausgelassene Chancen und drei geschenkte Tore führten dazu, dass es gegen Sargans nur ein 3:3 gab.

Es dürfte wohl eines der stärksten Aufgebote gewesen sein, die Trainer A. Gerster am späten Freitagvormittag in den Mannschaftschat schickte. Die Creme de la Creme der zweiten Mannschaft war bereit im ersten Heimspiel im neuen Jahr gegen Sargans die ersten Punkte einzufahren.

Und wie man es von einer Top-Mannschaft erwarten konnte, erwischten die Bärger einen idealen Start in die Partie. Das zumindest im Vergleich zu letzter Woche, als man sich in den ersten Spielminuten zwei „Eier“ fing. Die Leitawis brannte im wahrsten Sinne des Wortes. Ob Flügelflitzer T. Eberle, der im Dauersprint über den Rasen ackerte, oder auch S. Gertsch als Abräumer im Mittelfeld – die Elf von Gerster war bereit und zeigte vollen Einsatz. Belohnt wurde man dafür aber nicht. Grosschance folgte auf Grosschance, doch Stürmer Marxer/J. Eberle brachten den Ball nicht am gegnerischen Torhüter vorbei. Auf der Ersatzbank waren bereits die ersten Anmerkungen zu vernehmen: „Wennwr nid bald eini machen, de kassierwer sicher wieder so as scheiss goal“.

Und die Vermutungen der Ersatzspieler sollte sich bewahrheiten. Entgegen P. Kindles Schätzung, dass Schätti in der 44. Minute bezwungen wird, schlug der Ball schon in der 43. Spielminute ein. Unstimmigkeiten zwischen dem Schlussmann und R. Kindle nutzte der Sarganser Angreifer und schob zur völlig unverdienten Führung ein.

 

Der Ball wollte nicht rein
Ändern mussten die Bärger im zweiten Durchgang eigentlich nicht viel. Einzig: Aus den vielen Chancen mussten einfach mal Tore her. So geschehen in der 51. Minute: Einmal mehr liess Marxer, der an diesem Abend läuferisch deutlich abfiel, seine Technik aufblitzen. Eine scharfe Ecke genau auf R. Schädlers Bölli brachte die Bärger zurück ins Spiel. Der Rückschlag folgte dann sogleich: Cortese wird im Strafraum zu Fall gebracht (möglicherweise ist er auch gestolpert). Der Pfiff des Unparteiischen bleibt aus und der Sarganser schiebt zur erneuten Führung ein – schon wieder ein Geschenk.

Der Unparteiische, der zwar eine klare Linie durchzog und kaum mit sich reden liess, traf an diesem Abend allerdings etliche Fehlentscheide. Alleine wegen Abseits wurden die heimischen Angreifer gefühlte 80 Mal zurückgepfiffen – „an pfiff uf guat glück“ meinte etwas P. Kindle auf der Bank.
Alles Jammern nützte nichts. Das dachte sich auch R. Schädler, der nach gut einer Stunde seinen zweiten Treffer erzielte – neuer Spielstand 2:2. Und ausgerechnet kurz darauf war der Unparteiische erneut Mittelpunkt des Geschehens. Ein normaler Zweikampf im Strafraum, bei dem zwei Bärger Spieler zu Boden gingen wertete der Schiri als Strafstoss für Sargans. Ein Schelm wer hier Böses denkt. Es kam wie es kommen musste und Sargans ging erneut in Führung.

Capitano R. Schädler schien an den Abend seines Lebens erwischt zu haben. Mir nichts, dir nichts hämmerte er 15 Minuten vor Spielende das Leder per Freistoss zum 3:3 in die Maschen. Da liegt doch noch mehr drin, dachte sich das Trainergespann Gerster/Bomber. Doch alle Bemühungen nützten nichts, gefühlte 40 Chancen später Pfiff der Schiri die Partie ab. Ein grossartiger Erfolg für das Schlusslicht aus Sargans und eine gefühlte Niederlage für die Bärger-Kicker. „Wennma selbr so dumm isch und ka goal macht, hetmas ned andrsch verdiant“, meinte Marxer nach der Partie. Und auch Mettler pflichtete ihm bei: „Do hetmer no a Stund witerspiela könna und hetten denn no kani gmacht, mir sin mind“. Damit sammelte die Bärger Zwei Truppe in zwei Spielen erst einen Punkt. Das nächste Spiel steigt kommenden Sonntag auswärts bei der Lieblingsmannschaft aus Davos.

 

Bemerkungen

  • P. Sele meldete sich vor der Partie bei Trainer Gerster ab, mit der Begründung er solle doch lieber andere Spielen lassen. Er würde lieber eine Wurst essen und ein Bier trinken.
  • P. Sele der Experte: Wenn schon nicht auf der Spielerliste, sollte man wenigstens den Latz halten. 90 Minuten lang analysierte dr Sälibuab das Spielgeschehen. Mühsam für die Ersatzspieler, die Zuschauer und auch die Gegner.
  • Sprinter par Excellence: T. Eberle setzte gemäss Statistik im gesamten Spiel 104 Mal zu einem Sprint an. Das ist der Spitzenwert von der 1. bis zur 5. Liga betrachtet.
  • Chancentod: J. Eberle setzte sich einige Male in Szene – ein Torerfolg blieb jedoch aus. J. Eberle begründete dies wie folgt: „Z Problem isch, normalerwies trainieri dahei mit kleinera Bäll zum mini Technik zverbessera. Drum ischs da jetz huara schwierig zum Goal Schüssa“
  • M. Marxer zu seiner unterdurchschnittlichen Laufleistung: „Wer lauft würd schneller müad“!
  • R. Schädlers Traumabend: Drei Tore in einem Spiel, das hätte sich Kapitän Schädler wohl nicht mal zu seinen besten Zeiten vorstellen können. Glück: Seine Freundin stand auf der Zuschauertribüne und begutachtete das Spektakel das Schädler im Anschluss an die Partie seinem Schätchen widmede. Über die Belohnung für die überaus starke Leistung wurde zu später Stunde noch etliche Male gemunkelt.
  • P. Kindles Einwechslung: Beim Pausenpfiff verkündete Trainer Gerster, dass sich P. Kindle warm machen solle, er komme 10 Minuten nach Wiederanpfiff. P. Kindle: „Jo denn hani jo no 25 Minuta“, setzte sich wieder zurück auf die Ersatzbank und schmunzelte.

 

FC Triesenberg – FC Sargans, 3:3 (0:1)
Tore: 43. 0:1, 51. R. Schädler 1:1, 56. 1:2, 65. R. Schädler 2:2, 72. 2:3 (Elfmeter), 75. R. Schädler 3:3.
FC Triesenberg: P. Schädler; R. Kindle, Cortese, Gassner; R. Schädler; T. Eberle, Gertsch, Mettler, U. Sprenger; Marxer, J. Eberle.
Ersatzspieler: Moser, P. Kindle, A. Eberle, Banzer, Gerster.
Abwesend: T. Schädler (verletz von P. Kindle), T. Sprenger (verletzt), Sele (trinkt lieber ein Bier), B. Nutt (hat sich kurzfristig abgemolden), Vedana (Erholung vom ersten Rückrundenspiel), Rück (Trainingsrückstand), A. Biedermann (auf Reisen).