Fussball – Nichts wurde es mit einem Sieg des FC Vaduz im letzten Heimspiel der Hinrunde. Das Team von Trainer Roland Vrabec war gegen den Tabellenachten Wohlen klar die bessere Mannschaft, doch wie schon öfter in dieser Saison, haperte es an der Chancenauswertung. Am Ende resultierte ein 1:1.

 

Erst die bittere 0:1-Niederlage Ende September in Wohlen und nun das 1:1 im gestrigen Rückspiel. Ein Punkt holte der FC Vaduz aus den beiden Spielen gegen die Aargauer – zu wenig, denn eigentlich hätten es wie schon im Hinspiel auch gestern drei Zähler sein müssen. «Ausschlaggebend war, dass wir vor dem Tor die falschen Entscheidungen getroffen haben und die mangelnde Qualität im Abschluss», so Trainer Roland Vrabec nach der Partie.

 

Und in der Tat erarbeitete sich das Heimteam, das im Vergleich zum Rapperswil-Spiel gleich auf drei Positionen verändert aufspielte, deutlich mehr Chancen als der Konkurrent aus Wohlen. So auch gleich zu Beginn der Partie: Kamber (5./12.) und Devic hätten den FCV in Führung bringen können – entweder scheiterte man aber am glänzenden Keeper des FC Wohlen, oder am eigenen Unvermögen. Nachdem vieles darauf hindeutete, dass die Residenzler den ersten Treffer bejubeln könnten, war es aber der Tabellen­achte der Challenge League, der den Ball erstmals im gegnerischen Tor unterbrachte.

 

Torhüter Jehle konnte einen Eckball nicht herunterholen und es entstand Chaos im FCV-Strafraum. Wohlens Aussenverteidiger Gudelj reagierte am schnellsten und köpfte den Ball zur etwas überraschenden Führung ins Tor.

 

 

Vaduz reagiert auf Gegentreffer

«Ein frühes Tor» wünschte sich Trainer Vrabec im Vorfeld der Partie, nun war es ein frühes Gegentor, dass das Heimteam hinnehmen musste. Doch die Reaktion der Vaduzer liess nicht lange auf sich warten. Wieder war es ein Eckball, der zum Tor führte. Erst scheiterte Kamber, doch dann verwertete Verteidiger Puljic die Hereingabe von Muntwiler. Er warf sich in den Ball und beförderte diesen zum 1:1 ins Tor. Und Vaduz blieb in der Folge die aktivere Mannschaft. Zählbares schaute im ersten Durchgang aber nicht mehr heraus, das auch deshalb, weil sich im FCV-Aufbauspiel immer wieder Passfehler einschlichen und der letzte Pass nicht ankam.

 

Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann etwas länger, bis die beiden Teams wieder auf Betriebstemperatur waren – möglicherweise trugen auch die kalten Temperaturen um den Gefrierpunkt ihren Teil dazu bei. Erst die Wechsel eine halbe Stunde vor Schluss brachten wieder etwas mehr Schwung ins Spiel. So fasste sich Mittelfeldmotor Philipp Muntwiler ein Herz, doch sein Schuss ging rechts am Tor vorbei. Und nur wenig später kam auch der eingewechselte Turkes zu seiner ersten Möglichkeit. Sein Kopfball hatte aber zu wenig Wucht, um FCW-Schlussmann Tahiraj in Bedrängnis zu bringen.

 

 

 

Und kurz darauf stand erneut der 21-jährige Mittelstürmer im Mittelpunkt. Der eingewechselte Maurice Brunner spielte von links einen Ball in die Mitte, doch Turkes erwischte die Hereingabe nicht mehr. Obwohl nun Wohlen auch etwas mehr Spielanteile hatte, war es der FCV, der gefährlicher blieb – das Tor wollte allerdings nicht fallen.

 

Und dabei wäre der Siegtreffer für die Vrabec-Elf verdient gewesen – in der Schlussphase hatte das Heimteam nämlich drei riesen Möglichkeiten das 2:1 zu erzielen. Erst kommt Turkes einen Schritt zu spät, dann scheitert Muntwiler mit einem Kopfball am Wohlener Schlussmann und am Ende streifte ein Distanzschuss von Turkes gar noch den Pfosten.

 

 

Etliche Möglichkeiten

Am Ende blieb es beim 1:1, ein Punkt, mit dem sich Trainer Vrabec nach der Partie «nicht zufrieden» zeigte. «Wir hatten etliche Möglichkeiten, um das 2:1 zu machen, was dann wohl auch die Entscheidung gewesen wäre – leider ist uns das nicht gelungen.»

 

 

 

 

 

 

«Ein Punkt ist ein­deutig zu wenig»

Fussball Für den FC Vaduz wäre im letzten Heimspiel gegen Wohlen deutlich mehr als ein Punkt dringelegen. Spieler und Trainer haderten nach der Partie mit der Chancenauswertung.

 

Am Ende fühlte sich der Punkt gegen den Tabellenachten der Challenge League aus Wohlen doch eher wie eine Niederlage an. Zu viele Chancen liess die Vaduzer Offensive ungenutzt. «Ich denke mit Wohlen hatte das heute nicht viel zu tun, sondern eher mit uns. Wir haben keine schlechte Partie gespielt, dennoch fehlte uns einfach die Kaltschnäutzigkeit. Solche Spiele müssen wir im Normalfall gewinnen», so Maurice Brunner, der nach einer langen Verletzungspause in den Schlussminuten für den glücklosen Angreifer Marco Devic ins Spiel kam. Dass das zweite Tor nicht gelingen wollte, hänge möglicherweise auch mit dem Druck, den man sich selber machte zusammen. «Wir wollten unbedingt gewinnen und traten daher vielleicht etwas zu verkrampft auf.»

 

«Muss einfach Mal ein Tor fallen»

Ebenfalls enttäuscht zeigte sich nach der Partie auch der Liechtensteiner Maximilian Göppel. Er erhielt seit längere Zeit wieder einmal das Vertrauen von Trainer Vrabec und durfte von Beginn weg auf dem linken Flügel ran. «Ein Punkt ist eindeutig zu wenig. Wir hatten so viele Chancen, da ist man natürlich sehr enttäuscht. Und auch der junge Nachwuchskicker sprach die mangelnde Chancenauswertung an.

 

«Wir hatten am Schluss eine Drangphase und da muss dann einfach auch Mal ein Tor fallen.»

 

Vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit habe man zu wenig Druck gemacht. «Die Räume bei uns waren sehr gross, weshalb wir nicht mehr so oft in Überzahl angreifen konnten. Eventuell wäre es sinnvoller gewesen, wir hätten uns auf etwas mehr Ballbesitz konzentriert, dann hätten sich auch weniger Fehler eingeschlichen.»

Die Fehlpässe im Aufbauspiel führt Trainer Vrabec derweil auf den Zeitpunkt der Meisterschaft zurück. «Es waren viele Spiele und da ist der eine oder andere Akteur schon etwas müde.» Dennoch sei er mit dem Punkt gegen den Tabellenachten natürlich nicht zufrieden. «Wir haben es einfach verpasst das zweite Tor zu machen.» Auch über das frühe Gegentor ärgerte er sich, meinte aber, dass seine Mannschaft eine «gute Reaktion gezeigt» hat.

 

 

Nun halt gegen Chiasso

Nachdem es mit dem Sieg im letzten Heimspiel 2017 also nicht klappte, soll dieser nun auswärts, nächste Woche in Chiasso eingefahren werden. Vrabec: «Jetzt heisst es regenerieren und dann wollen wir natürlich zum Hinrundenabschluss in Chiasso einen Sieg holen.»

 

Fotos: Nils Vollmar