Eiskunstlauf – Ein Wettkampf auf Weltklasseniveau – und mitten drin die Liechtensteinerin Romana Kaiser. Bei der Lombardia Trophy 2017 in Bergamo konnte die 20-Jährige erstmals bei den Topathleten reinschnuppern. Für sie war es eine tolle Erfahrung, trotz eines nicht ganz optimalen Resultats.

 

Mit dem Wechsel ans Eiskunstlaufzentrum «IceLab» in Bergamo Anfang Juni machte die Liechtensteiner Eiskunstläuferin Romana Kaiser den ersten Schritt in Richtung Profikarriere. Nun folgte vergangene Woche mit der Teilnahme an der Lombardia Trophy im Norden Italiens – einem internationalen topbesetzten Wettkampf der ISU Challenger Serie – die nächste Hürde.

 

Der Wettkampf, bei dem die Athleten sowohl im Damen- und Herreneinzel sowie im Paarlauf und Eistanz antraten, gehört zu den bestbesetzten Wettkämpfen auf der internationalen Bühne. Für Kaiser, die in der Kategorie Ladies Senior an den Start ging, war es die erste Teilnahme überhaupt auf solch hohem Niveau. Unter den 34 Teilnehmern aus 20 Nationen traf sie dabei auch auf international bekannte Grössen wie Carolina Kostner (ITA).

 

 

Ein gelungener Auftakt

Und der Einstieg in den Wettkampf mit dem Kurzprogramm konnte sich durchaus sehen lassen. Einige gelungene Figuren, darunter ein Doppelaxel und zwei Pirouetten Level 4, bescherten Kaiser Pluspunkte. Aber auch kleinere Fehler schlichen sich in ihr Programm ein, die zu Abzügen führten. Mit 33,58 Punkten belegte sie den 34. Platz – der Rückstand zu den vor ihr platzierten Athleten war aber nur minimal. Am Tag darauf stand für die Schellenbergerin dann die Kür an. Und anders als am ersten Tag liess Kaiser einige Punkte liegen. Schlecht waren die Sprünge nicht, doch mit nicht regelkonformen Ausläufen und unsauberen Landungen kamen einige Minuspunkte zusammen.

 

Vater Patrick Kaiser, Präsident des Liechtensteiner Eislaufverbandes, meinte: «Vielleicht lag es an der Konzentration oder der Nervosität.» 88,51 Punkte und Platz 34 waren es am Ende – an ihr Personal Best konnte sie damit nicht anknüpfen. Und dennoch konnte die junge Nachwuchathletin aus dem Fürstentum einiges mitnehmen.

«Obwohl mein Resultat nicht wie erhofft ausgefallen ist, konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln.»

 

 

 

Auf Kaiser wartet viel Arbeit

Lob erhielt Kaiser auch von ihrer Trainerin Barbara Luoni. Sie mache grosse Fortschritte, auch in den Bereichen, wo sie Punkte liegen gelassen habe. Fakt ist: Mit einem sauberen Programm kann Kaiser auch bei der Weltklasse ein Wörtchen mitreden. «Sie ist sehr motiviert, die vor ihr liegende Arbeit anzupacken, um mit den Topathletinnen mithalten zu können», erklärt Peter Kaiser.

Den Sieg in Bergamo holte sich die Russin Alina Zagitova vor der Japanerin Wakaba Higuchi und Carolina Kostner. Die Läuferinnen überzeugten mit fehlerfreien Programmen, Dreifachkombinationen und vielen erschwerten Ausführungen – kurz: es war Weltklasseniveau.

 

 

Und auf Kaiser wartet in Kürze schon das nächste Highlight. Denn nach dieser Wettkampferfahrung steckt die 20-Jährige bereits mitten in der Vorbereitung auf den Olympia-Qualifkationswettkampf, der Nebelhorn-Trophy 2017 Ende September in Oberstdorf. Und auch dieser Wettkampf wird wie das Kräftemessen in der Lombardei mit etlichen Weltklasse-Eiskunstläuferinnen besetzt sein.