Gebremst von Verletzungen konnte Luca Bruggmann in der abgelaufenen Saison nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. Dies soll sich nun ändern: In der im April startenden Schweizer Meisterschaft (FMS) strebt der Balzner den Titelgewinn an. Daneben will er auch im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz den nächs­ten Schritt realisieren.

 

Motocrossfahren ist eine Extremsportart. Dass das Ausüben dieser Leidenschaft, wie dies bei Liechtensteins Motocrosser Luca Bruggmann der Fall ist, aber durchaus mit viel Risiko verbunden ist, musste er in den letzten zwei Jahren auf schmerzliche Art und Weise selbst feststellen. 2015 brachte ihn eine Handverletzung um gute Resultate, im letzten Kalenderjahr waren es ein Bandscheibenvorfall und eine Verletzung im Sprunggelenk, die dafür sorgten, dass der Motorsportler erneut eine Topplatzierung verpasste. Der Start in die letzte Saison lief «zwar nicht perfekt», wie Bruggmann festhielt, dennoch konnte er sich von Rennen zu Rennen steigern. Nach Platz sieben in Frauenfeld folgten ein fünfter Rang in Payerne und mit Platz zwei in Wohlen der erste Podestplatz der noch jungen Saison. Anschliessend wäre Anfang April für den Balzner der erste Einsatz beim ADAC MX Masters in Fürstlich Drehna (GER) geplant gewesen – aufgrund von Bandscheibenproblemen musst er allerdings auf einen Start verzichten.

 

Der erste Sieg auf höchster Ebene

Es war der Beginn einer langwierigen Verletzung, die vorerst dafür sorgte, dass Bruggmann kaum mehr trainieren konnte. Aufgeben kam für den 22-Jährigen allerdings nicht in Frage. Schon einen Monat später ging es für ihn mit leichten Schmerzen und ohne grosse Erwartungen ans Meisterschaftsrennen nach Muri. Und prompt holte sich Bruggmann seinen ersten Sieg auf höchster Ebene. «Die Freude war natürlich riesig, doch die Schmerzen wurden danach wieder stärker.» Er erholte sich und bestritt weitere Rennen, unter anderem das Europameisterschafts-Rennen in Frauenfeld, wo er die Plätze 25 und 27 belegte. «Mit diesen Ergebnissen war ich gar nicht zufrieden – der Trainingsrückstand war einfach zu gross», erklärt Bruggmann.

ADAC Masters als Spielverderber

Ein erneuter Versuch beim ADAC Cup in Gaildorf (GER) besiegelte dann Bruggmanns Saisonende. Getreu dem Sprichwort «Wenn es schlecht läuft, kommt auch noch Pech dazu», zog sich der Motocrosser aus dem Fürstentum im Training die nächste Verletzung zu. «Ich bin bei einem Sprung vom Pedal abgerutscht und hab mir das Aus­senband am Sprunggelenk gerissen», erinnert sich Bruggmann. Dazu kamen einige kleinere Knochenabsplitterungen. «Es war eine komplizierte Verletzung, die mich über drei Monate ausser Gefecht setzte.» Das Jahr war damit gelaufen, und auch seinen Landesmeistertitel, der jährlich auf der Rennstrecke Halös in Triesen vergeben wird, konnte Bruggmann nicht verteidigen.

 

Nun, knapp ein halbes Jahr nach seiner Verletzung in Baden-Württemberg schöpft der Oberländer wieder Hoffnung. «Ich konnte vor gut eineinhalb Monaten wieder ins Training einsteigen und befinde mich gerade voll in der Vorbereitung auf die kommende Saison.» Wie bereits vor zwei Jahren, ging es für Bruggmann vor etwas mehr als einer Woche nach Spanien. «Hier hat es unzählige Strecken und das Training läuft wirklich gut», erklärt er. Bis Ende Januar bringt sich der Liechtensteiner Motorsportler noch in Südeuropa, in der nähe von Barcelona in Form. Danach warten einige Vorbereitungsrennen, ehe Anfang April in Wohlen das erste Meisterschaftsrennen über die Bühne geht.

 

 

Ambitionierte Ziele für 2017

Luca Bruggmann hofft nach den vielen Rückschlägen im letzten Jahr wieder auf eine verletzungfreie Saison. Dazu hat er sich auch hohe Ziele gesetzt. Obwohl er nur fünf Rennen bei der Schweizer Meisterschaft absolvierte, reichte es 2016 noch für den elften Schlussrang. «Dieses Jahr wird es Zeit, dass ich mir den Titel hole», so der Balzner optimistisch. Daneben möchte der junge Crosser auch auf der internationalen Bühne – sprich beim ADAC MX Masters – mit guten Leistungen überzeugen. «Ich hoffe, dass ich die Qualifikationen schaffe und dann wenn möglich auch um Punkte mitfahren kann», präzisiert Bruggmann.

Doch auch bei einzelnen EM-Rennen, wie das letztjährige in Frauenfeld, möchte der Liechtensteiner Motocrossfahrer am Start stehen. Es sind ambitionierte Ziele, die sich Bruggmann auferlegt hat, doch sollte er verletzungsfrei durch die Saison kommen, sind im Topresultate, wie er es schon des Öfteren gezeigt hat, auf jeden Fall zuzutrauen.