Nach einer dreijährigen Auszeit will es Chiara Hasler noch mal wissen. Nach ersten nationalen Rennen im letzten Winter will die Eschnerin in dieser Saison endgültig durchstarten. Voller Motivation und mit viel Zuversicht strebt die FL-Biathletin den nächsten Schritt in ihrer Karriere an.

 

Sich den eigenen Lebensunterhalt mit Sport zu finanzieren, dürfte für so manchen Hobbysportler ein lang gehegter Traum sein. Tatsache ist allerdings, dass, gemessen an der Anzahl sporttreibender Personen weltweit, nur ein kleiner Bruchteil davon diesen «Traum» leben kann. Viele treiben Sport als Ausgleich zum Alltag, um Körper und Geist zu beleben oder schlichtweg einfach weil es Spass macht! Es liegt auf der Hand, dass, wenn die Freude an der Bewegung verloren geht, der Sport zweifelsohne in den Hintergrund rückt. Mit diesem Umstand sah sich auch Liechtensteins Biathletin Chiara Hasler vor etwas mehr als drei Jahren konfrontiert. Etwas überraschend gab sie damals ihren Rücktritt bekannt. «Ich war gesundheitlich angeschlagen, was mein Training stark beeinträchtigte und auch der Grund war, weshalb ich den Spass an der ganzen Sache etwas verloren habe», klärt Hasler auf. Daneben sei sie in einem Alter gewesen, wo andere Dinge wie das «Ausgehen mit Freunden» einfach wichtiger waren.
 

Der Ehrgeiz brachte sie zurück
Obwohl die junge Biathlohn-Athletin ab diesem Zeitpunkt an keinen Wettkämpfen mehr anzutreffen war und aufgrund ihres Rücktritts auch die Sportschule in Mals (ITA) abbrechen musste, kehrte sie dem Sport nicht ganz den Rücken. «Natürlich stand ich trotz allem in meiner Freizeit ab und zu auf den Langlaufskiern», so Hasler. Es verging einige Zeit, ehe sich die Wogen etwas geglättet hatten. Dass sie sich nach der etwas mehr als dreijährigen Auszeit nun doch wieder dazu entschlossen hat, den Biathlonsport wettkampfmässig auszuüben, hängt vor allem mit ihrem grossen Ehrgeiz zusammen. «Es fiel mir schwer, ohne Ziel und vor allem ohne Gewehr auf den Skiern zu stehen», hält sie fest. «Das Adrenalin und einfach der ganze Biathlonzirkus fehlten mir.»
Nach und nach stieg die mittlerweile 20-Jährige wieder in den Trainingsbetrieb ein. Nebenbei arbeitet Hasler gelegentlich als Aushilfsköchin und absolviert ein Fernstudium in der Fachrichtung Sportmanagement. «Das Training», fügt sie an, «steht für mich aber ganz klar an erster Stelle.» Um langsam aber sicher wieder Fuss zu fassen, stand die FL-Biathletin bereits vergangenen Winter an kleineren Wettkämpfen am Start. Es war ein erstes Herantasten an ihre frühere Form, die sie mit der Sommervorbereitung in den letzten Monaten weiter forcierte. Denn für ihr grosses Comeback in dieser Wintersaison will die Eschnerin optimal gerüstet sein. Mit dem Biathlon-Stützpunkt Ost in der Lenzerheide und dem Rotor Team Liechtenstein, wo unter anderem auch Skifahrerin Tina Weirather trainiert, fand die Liechtensteinerin die optimale Unterstützung. «Die bisherigen Vorbereitungen liefen wirklich gut. Ich konnte an meinen Zielen arbeiten und mich Schritt für Schritt verbessern», erzählt sie.

 

«Möchte mich nochmal steigern»
Die Vorfreude bei der Unterländerin auf den anstehenden Winter ist riesig, zumal der Startschuss zum ersten Rennen bereits in wenigen Wochen fällt. Nach der Teilnahme beim Swisscup (26./27. November) wird Hasler anschliessend beim Alpencup in der Biathlon Arena Lenzerheide ihr Glück versuchen. Welche Wettkämpfe die Athletin aus dem Fürstentum anschliessend bestreitet, hängt ganz von ihrer Form ab. Hasler weiss allerdings, was sie in diesem Winter erreichen möchte und hat klare Ziele: «Ich möchte mich gegenüber dem Vorjahr nochmal steigern und den nächsten Schritt machen.» Da Hasler derzeit aber keinem Verband angehöre, sei sie, was den «Traum als Biathletin» angehe, aber auf die Unterstützung ihrer Familie und Sponsoren angewiesen. Glück, dass die Unterländerin ohne Lizenz auch bei den Swiss- und Alpencups an den Start gehen kann. Für die grösseren Wettkämpfe, wie beispielsweise dem IBU Junior Cup, werde sie eine Lizenz vom Liechtensteinischen Skiverband (LSV) erhalten, was dieser gestern auch auf «Volksblatt»-Anfrage bestätigte.

 

Olympische Spiele als Krönung
Vorerst liegt Haslers Fokus nun auf der anstehenden Saison. Doch auch für die Zukunft hat sich die Eschnerin einiges vorgenommen. So liebäugelt sie beispielsweise auch mit einer Teilnahme an Olympischen Spielen. «Das wäre natürlich wunderschön, doch der Weg bis dahin ist sicher nicht leicht – ich werde aber mit viel Durchhaltevermögen daran arbeiten, damit es klappt.»